{"id":320,"date":"2017-02-25T14:01:05","date_gmt":"2017-02-25T12:01:05","guid":{"rendered":"http:\/\/medienrevolution.ch\/?p=320"},"modified":"2019-02-19T12:27:10","modified_gmt":"2019-02-19T10:27:10","slug":"made-in-argentina-oder-der-versuch-globalisierung-rueckgaengig-zu-machen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.medienrevolution.ch\/?p=320","title":{"rendered":"Made in Argentina \u2013 oder: Der Versuch, Globalisierung r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen"},"content":{"rendered":"\n[aesop_image imgwidth=&#8220;100%&#8220; img=&#8220;http:\/\/www.medienrevolution.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/argentina3.jpg&#8220; align=&#8220;center&#8220; lightbox=&#8220;on&#8220; captionposition=&#8220;left&#8220; revealfx=&#8220;off&#8220;]\n\n<p><strong><br \/>\nDie Jobs wieder ins eigene Land zu holen. Genau das hat Argentiniens ehemalige Pr\u00e4sidentin Cristina Fern\u00e1ndez de Kirchner versucht. Sie f\u00fchrte hohe Z\u00f6lle auf Importprodukte ein und zwang ausl\u00e4ndische Firmen dazu, ihre Produktion nach Argentinien zu verlagern. Der NPR Wirtschaftspodcast Planet Money erz\u00e4hlt in der Episode <a href=\"http:\/\/www.npr.org\/sections\/money\/2017\/02\/17\/515850029\/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world\">\u00abThe Phone At The End Of The World\u00bb<\/a>, warum das am Ende nicht funktioniert hat.<\/strong><\/p>\n<p class=\"graf graf--p\">Als Ex-Radiojournalist m\u00f6chte ich mal eine Lanze f\u00fcr Podcasts brechen. Die neuste <a class=\"markup--anchor markup--p-anchor\" href=\"http:\/\/www.npr.org\/sections\/money\/2017\/02\/17\/515850029\/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\" data-href=\"http:\/\/www.npr.org\/sections\/money\/2017\/02\/17\/515850029\/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world\">Planet Money<\/a>-Episode hat mir ein altes Thema auf v\u00f6llig neue Art &amp; Weise erkl\u00e4rt. Es geht darum,\u00a0wie\u00a0Argentinien auf\u00a0seine\u00a0Zoll- und Import-\/Export-Politik gekommen ist. Cristina de Kirchner ging es nach ihrer Wahl von 2007 darum, die inl\u00e4ndische Produktion anzukurbeln und die Import\/Export-Bilanz des Landes zu verbessern. Das ging soweit, dass Firmen, die ausl\u00e4nsiche Produkte importieren wollten, gezwungenermassen argentinische Produkte exportieren mussten. So sah sich ein argentinischer Porsche-Importeur veranlasst, <a href=\"http:\/\/www.dw.com\/en\/in-argentina-red-wine-exports-to-balance-porsche-imports\/a-14959026\">Rotwein zu exportieren<\/a>, damit er Porsches nach Argentinien holen und verkaufen konnte.<\/p>\n<h4>Aufstieg und Fall des argentinischen Blackberry<\/h4>\n<p>Im Falle von Blackberry ging die Regierung sogar noch deutlich weiter. Sie sorgte 2010 daf\u00fcr, dass in Feuerland (am untersten S\u00fcdzipfel des Landes) ein kleines Unternehmen Blackberries herstellen durfte. Denn Blackberries waren in Argentinien sehr popul\u00e4r, das iPhone war nicht erh\u00e4ltlich. Die Firma in Feuerland konnte rasch expandieren und die Wirtschaft rundherum kam in Schwung.<\/p>\n<p>Dann kam der argentinische Blackberry tats\u00e4chlich auf den Markt. Allerdings zwei Jahre zu sp\u00e4t. Planet Money beschreibt, wie es zu dieser Zeit in den USA (resp. Kanada) schon l\u00e4ngst modernere Modelle gab, die ausserdem deutlich g\u00fcnstiger waren. Nat\u00fcrlich wollten die Menschen in Argentinien die neueren und g\u00fcnstigeren Blackberries und holten (schmuggelten) diese auch ins Land. Somit wurde der argentinische Blackberry zum Ladenh\u00fcter. Die Fabrik in Feuerland musste Leute entlassen (der Personalbestand sank von 2000 auf 600 Angestellte). Die 23 Millionen Dollar, die die argentinische Regierung investiert hatte, l\u00f6sten sich in Luft auf.<\/p>\n<h4>Die Zeche bezahlt das Volk<\/h4>\n<p>Infolge der argentinischen Wirtschaftskrise und hoher Inflation zogen sich viele ausl\u00e4ndische Firmen wieder aus Argentinien zur\u00fcck. Die Spuren dieser Protektionspolitik sind\u00a0in Argentinien immer noch f\u00fcr jede und jeden erkennbar. G\u00fcter, die im Ausland hergestellt werden, sind noch immer absurd teuer. Zum Beispiel Autos. Oder das iPhone. Dieses ist zwar\u00a0mittlerweile in Argentinien\u00a0erh\u00e4ltlich. Kostet aber\u00a0umgerechnet \u00fcber 1400 US$, in den USA bezahlt man dar\u00fcber aber bloss ca. die H\u00e4lfte: 849\u00a0US$ (Preis f\u00fcr ein iPhone 7, Jet Black, 256 GB).<\/p>\n\n<p>Zur Episode von Planet Money:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.npr.org\/sections\/money\/2017\/02\/17\/515850029\/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world\">http:\/\/www.npr.org\/sections\/money\/2017\/02\/17\/515850029\/episode-755-the-phone-at-the-end-of-the-world<\/a><\/p>\n\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>[aesop_image imgwidth=&#8220;100%&#8220; img=&#8220;http:\/\/www.medienrevolution.ch\/wp-content\/uploads\/2017\/02\/argentina3.jpg&#8220; align=&#8220;center&#8220; lightbox=&#8220;on&#8220; captionposition=&#8220;left&#8220; revealfx=&#8220;off&#8220;] Die Jobs wieder ins eigene Land zu holen. Genau das hat Argentiniens ehemalige Pr\u00e4sidentin Cristina Fern\u00e1ndez de Kirchner versucht. 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