Alles nur geklaut

Wer schreibt, schreibt ab. Und wer gut schreibt, schreibt gut ab. Melania Trump hat übrigens abschreiben lassen. Darum hat sie’s auch nicht gemerkt (wie die Story zu Ende ging).
Ein kleiner Zusammenschnitt der beiden Reden:

P.S. für alle mobile User: es nervt mich selbst total, dass Soundcloud jetzt alle auf die App zwingt. Was für eine schäbige User-Experience. Ich empfinde es als extrem unbefriedigend, habe aber noch keine Alternative gefunden, die Soundcloud klar aussticht.

Brexit, oder: wie man sich als Premier in drei Jahren selber absägen kann

David Cameron hatte den Britinnen und Briten im Januar 2013 ohne Notwendigkeit eine Abstimmung über den Verbleib in der EU versprochen. Er dachte damals nicht im Traum daran, dass er dieses Referendum wirklich abhalten müsste. Doch nachdem seine Partei 2015 die absolute Mehrheit erlangte, war keiner mehr da, der das Referendum verhindern würde. So musste Cameron sein Versprechen halten. Und wird sich von Downing Street 10 als Bleibe bald verabschieden.

Nachtrag: Und wenige Minuten, nachdem ich das schreibe (09:20 Uhr) hat Cameron bereits seinen Rücktritt angekündigt.

Die ideale Anmoderation beginnt mit einem «sharp topical statement» und ist 22 Sekunden lang

«Aber ich weiss doch, dass unsere Hörer das so und so wollen» – wie oft höre ich diesen Satz von Moderationskollegen oder -Kolleginnen. Dabei wissen wir es ja gerade eben nicht. Und vielleicht ist das ja auch ganz gut so. Denn wenn wir es wüssten, dann würden wir unsere Anmoderationen, Gespräche und Beiträge immer nach dem genau gleichen Muster sticken. Auf die Dauer wäre das langweilig (Clickbait lässt grüssen).

Und trotzdem wäre es verlockend zu wissen: Halte ich mein Publikum bei der Stange, habe ich die Aufmerksamkeit. NPR ist diesem Wunsch mit seiner NPR One App einen grossen Schritt näher gekommen.

Sara Sarasohn leitet das Projekt NPR One kurzen Einblick in die Erfahrungen mit der App gegeben. Im Interview mit current.org streicht sie zwei Erkenntnisse heraus, die die Anmoderationen (engl. Intro) betreffen.

«Die low-skip Intros (Anmoderationen, bei denen die Nutzer eher nicht skippen) sind meistens 22 Sekunden lang oder kürzer; und sie beginnen gerade nicht mit dem zeitlichen Bezug. Sie sagen also gerade nicht: heute ist folgendes passiert… Stattdessen beginnen die Anmoderationen mit einem knappen Statement zum Thema, das klar macht, was die eigentliche Idee ist. Erst später sagt die Anmoderation zum Beispiel: heute wurde eine Klage eingereicht. Aber am Anfang steht ein kurzes klares Statement zum Thema»

Eine weitere Überlegung, die Sarasohn mit auf den Weg gibt, betrifft den Umgang mit Serien: «Alleine die Tatsache, dass wir eine Serie machen, reicht noch nicht, um das Publikum zu überzeugen. Wir müssen einen anderen Ansatz finden», sagt Sarahson.

Mich überraschen diese Erkenntnisse keineswegs. Seit ich moderiere, komme ich mehr und mehr zum Schluss, dass die Zeit der staatstragenden und immer leicht aufgesetzten Ansprachehaltung, die ich im deutschen Sprachraum immer wieder antreffe, längst passé ist. Zwar will ich meine Hörer nicht überfordern, aber ich will auch nicht bei jedem Thema bei Adam und Eva beginnen und in minutenlangen Andockmodellen auf eine Geschichte hinleiten. Denn auf dem Weg dahin hat der Hörer schon weggezappt, wenn nicht physisch, dann zumindest gedanklich.

Und hier geht’s zur Podcast-Seite von «The Pub von current.org» und hier zum Podcast-Feed.

Spotify für Radiobeiträge

Die App von National Public Radio mir als Nutzer Radiobeiträge zwischen drei und zehn Minuten vor. Ich kann sie überspringen oder liken. Die App erkennt meine Vorlieben und spielt mir mehr Inhalte vor von Themen, die mich (hoffentlich) interessieren. Wer die App in den USA nutzt, bekommt ausserdem Local News serviert, denn die App kann die Standortinformationen der User nutzen. Link: NPR One

The soundcloud move: risky bet or hidden agenda?

linusmaybeatsoundcloud


It’s the technology – stupid! That’s how you could adapt Bill Clinton’s campaign slogan. It’s something that the audio platform soundcloud.com might have got terribly wrong.

It had almost slipped my attention that soundcloud made a huge change in the way they let you embed your songs on Facebook. Since July (2015), soundcloud posts (audios) do not play directly from facebook anymore. Instead, users get forwarded to soundcloud.com – obviously in a new tab or a new window. Soundcloud argues that this would offer a better experience and put the musician’s soundcloud profile more in the front. Nedless to say that most soundcould artists have a fairly different view on this. And they strongly demand to reverse this latest modification.

The trend is going the opposite way

Soundcloud officials appear to be ducking away from the noise, pointing out that this change is only «for now» and musicians should first wait to gather some experience on how the new facebook integration works for them. It doesn’t work for me. Neither as a listener, nor as an artist. Songs that I post on facebook get about half of the plays that they did before.
Let me put this straight: Soundcloud wants to direct traffic away from facebook (the world’s no. 2 website, according to alexa.com) and pull it over to soundcloud (no. 166 according to alexa.com). It stands in complete opposite to what news sites and video platforms are doing. The reason is simple: Users don’t want to leave the timeline of the social network they’re surfing. Why else would so many websites and services be keen on having their content seemlessly integrated in social network platforms. It must be playable or viewable directly from the timeline. Of course it would be nice if users switched over to your site. But that’s not the way the trend is going.

So this all makes soundcloud’s move very hard to understand. And what’s even more confusing: soundcloud integration on twitter still works in the same old (and good) way. Users can play songs from soundcloud directly without having to leave twitter.
It just doesn’t add up. Unless…
Unless soundcloud was pushed to make this move. Pushed by no other than facebook. It’s hard to imagine. But it remains a possibility. Facebook made a huge move in video embedding, making it able for videos to be played automatically on a mobile timeline. A bit annoying for youtube, since their videos are not playing automatically. But the will survive.

Does Facebook plan its own music service?

With soundcloud, it’s different. If Facebook is planning a music service of its own, soundcloud will face dark times. Because it’s difficult for audio on the web. Not when it comes to music streaming services. But when it comes to posting and sharing. People don’t strive for audio. They strive for text and video. That’s what they share and post. Soundcloud was the only place where users would gather only to post, share audio. Make playlists and maybe even comment on songs and mixes. There are other platforms (like reverbnation or bandcamp), but they are either not as big or they have a different approach. So maybe, Soundcloud just wants to prepare for what is coming ahead. But it would be wise to let listeners and musicans know if this is the case.
In the meantime, other platforms are taking profit from the soundcloud move. Hearthis.at has moved up by 40’000 positions in the Alexa ranking. And what’s more, many musicians are cancelling their paying subscriptions at soundcloud. I’m just one of them.

Bei Wahlen entscheidet jeder nach den Themen, die ihm am nächsten sind

Zweisprachigkeit ist eigentlich ein Mythos. Jede Sprachregion lebt in der Schweiz für sich alleine. Biel ist einer der einzigen Orte (wenn nicht der einzige überhaupt), wo das wirklich gelebt wird. Der Röstgraben war in den letzten Jahren mehr oder weniger Konstant, sagt Georg Lutz. Allerdings könnte er jetzt wieder wichtiger werden. Denn Migration und EU sind jene Themen, wo die Romandie und die Deutschschweiz auseinander driften. Und es seien genau die Themen, die den Wahlkampf bestimmen werden, sagt Politologe Georg Lutz.

Mit der «Bahnhofstrasse 4» hat SRF 4 News hat an acht Orten in der Schweiz Halt gemacht, um herauszufinden, was die Menschen im Hinblick auf die eidgenössischen Wahlen im Herbst 2015 beschäftigt. Die Gäste der Sendung (vom 2. Juni 2015)in Biel.

    Nadja Schnetzler, Innovations- und Kommunikations-Coach
    Fabienne Winzenried, ehemalige Filmemacherin, heute Ausbildnerin beim Roten Kreuz
    Georg Lutz, Politologe Universität Lausanne

Ein Jahr nach MEI: «Wir müssen die Suche nach dem goldenen Ei abbrechen»

Schweizer Sackmesser mit mehreren geöffneten Klingen und Werkzeugen.
Viele Umsetzungsvorschläge liegen auf dem Tisch, aber nichts funktioniert wirklich.

Das Ja war knapp am 9. Februar 2014, dafür aber umso folgenschwerer. Seit der Annahme der Zuwanderungsinitiative der SVP steckt die Schweiz in einem Dilemma: Wie eine Beschränkung der Zuwanderung und die Einhaltung der Personenfreizügigkeit zusammen passen könnten, darauf gibt es noch immer keine Antwort. Der Schwerpunkt von SRF 4 News zeigt,
– dass sich am Verhältnis Schweiz-EU so gut wie nichts geändert hat
– dass der Bundesrat nicht weiss, wie es weiter gehen soll
– wie die Nachbarländer die Ereignisse der letzten 12 Monaten beurteilen.

Humour à la romande: Der SNB-Entscheid

Ich find’s immer wieder grandios: Die Art und Weise, wie die Romands uns Deutschschweizer darstellen (mit diesem unsäglichen accent fédéral). Aber das Interview der neuen Satiresendung (26 Minutes) von RTS bietet noch mehr. Nämlich die Erkenntnis, warum die Euro-Franken Untergrenze wirklich aufgegeben wurde: Die SNB hatte schlicht keinen Platz mehr, um die vielen Euros zu verstauen. Und dabei hätten sie es auch mit radikalen Methoden versucht, aber die Euro-Banknoten brennen so schlecht.

Wie Russland seine Sieger macht

doping
Doping für Spitzenresultate und ein Staatsapparat, der das System schützt. Das sei in Russland an der Tagesordnung. Zu diesem Schluss kommt ein Dokumentarfilm der ARD. Der Autor des Filmes, Hajo Seppelt, erklärt im Gespräch, was hinter den Vorwürfen steckt. Er schildert, wie er an Dokumente und an Zeugen herangekommen ist und was diese für ein Interesse hatten, im Dokumentarfilm mitzuwirken.

Und hier geht’s zum Dokfilm von Hajo Seppelt
http://www.ardmediathek.de/tv/Sportschau/Geheimsache-Doping-Wie-Russland-seine-/Das-Erste/Video?documentId=25114280&bcastId=53524

Ackermann wird VR-Präsident der Bank of Cyprus: «Sein grösstes Problem sind die faulen Kredite»»

Jo Ackermann wird Präsident der Bank of Cyprus. Der ehemalige Chef der Deutschen Bank muss das zypriotische Finanzhaus aus der Krise führen. Das grösste Problem, die grosse Menge an faulen Krediten, kann er allerdings nicht alleine lösen, sondern ist auf die Hilfe der Politik angewiesen.

Das wird nicht einfach. «Entscheidend ist, dass Zwangsvollstreckungen möglich sind, um die Forderungen auch durchzusetzen», sagt Christiane Sternberg, Journalistin in Nikosia. Zwar gibt es dafür sehr wohl ein geltendes Gesetz, heikel seien aber verschiedene Gesetze, die die Schuldner schützen und eine Zwangsvollstreckung erschweren.

Weitere Informationen für Zypern-Interessierte gibt’s auf Christiane Sternbergs Blog.